2014 :: Kunst der Vielfalt

Wir sind immer wieder überrascht von der Zunahme der Intensität, mit der sich das Theater sowohl im Inland wie auch im Ausland der Vielfalt annimmt. Dies ist das Motiv, das auch uns leitet. Bereits bekannt ist, dass sich das Theater, sofern es sich als tiefgründiges versteht, dem Monströsen, dem Unsagbaren, dem Absurden und den menschlichen Dramen verschreibt, die sich in zwischenmenschlichen Beziehungen abspielen. Überrascht auch von der Vielzahl der Künstler/innen, die ebenso im Film, in den darstellenden Künsten und im Tanz dieses Terrain betreten und durch Unbehagen, Schmerz und Tragik gekennzeichnete Grenzgebiete aufsuchen. Als Filmbeispiele nenne ich die Arbeiten „Quasi Amici“, „Il grande GRA“ und das neue Werk der bereits in unserem Zyklus zu Gast gewesenen Emma Dante mit dem Titel „Via Castellana Bandiera 5“. Museen für zeitgenössische Kunst fördern vermehrt die so genannte „Offsider Art“, der Körper des zeitgenössischen Tanzes ist weniger jener athletische und geübte, sondern mehr jener irdisch alltägliche eines alten Menschen, eines Kindes oder einer geschlagenen Frau, ein Körper, der im Tanz seinen Ausdruck sucht, fernab von jeglichem Anspruch auf ästhetische Perfektion. Das Anderssein, der Unterschied, die Grenze, die Abweichung sind die Werte von heute.